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Alterstraumatologie

Der geriatrische Patient im Krankenhaus stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Abteilung für Orthopädie und Traumatologie erkannte bereits im letzten Jahrzehnt diese Problematik und ergriff patientenorientierte Maßnahmen.

Seit November 2020 leben in Österreich mehr über 65-Jährige als unter 20-Jährige. Dieser historische, lang vorhergesagte Meilenstein zeigt deutlich, dass die österreichische Bevölkerung älter wird und Menschen über 65 Jahre bald den größten Anteil unserer Bevölkerung stellen werden. 

Die Kombination aus stetig steigenden Zahlen geriatrischer Patienten sowie die Zunahme der Lebenserwartung erfordert ein standardisiertes und Vorgehen nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten in der Versorgung dieser Patienten.

60-jährige Männer haben in Österreich heute noch durchschnittlich 21,5 Jahre zu leben, 60-jährige Frauen 25,3 Jahre. Dieser erfreuliche Umstand bringt es allerdings auch mit sich, dass immer mehr "Altersfrakturen" behandelt werden müssen, da die Knochenqualität im Alter ab- und die Sturzneigung zunimmt. Zudem prägt die gestiegene Lebenserwartung und Patienten in erfreulich gutem Allgemeinzustand das Bild unserer Gesellschaft, was zu deutlich gestiegenen elektiven Eingriffen, vorwiegend in der Knie- und Hüftendoprothetik, geführt hat.

Seit 2009 hat sich unsere Abteilung zum Ziel gesetzt geriatrische Patienten, bestmöglich, nach neuestem wissenschaftlichen Standard zu behandeln.

Die Versorgung geriatrischer Patienten basiert zunächst auf 3 Säulen. Die erste Säule stellt die umfassende Ausbildung aller diagnostizierender Ärzte dar. Regelmäßige Fortbildung sowohl durch Geriater als auch von Orthopäden und Traumatologen weisen auf Probleme hin, die mit der Behandlung von geriatischen Patienten in Zusammenhang stehen und geben evidenz-basiertes Wissen weiter. Somit kann jeder Orthopäde und Traumatologie die Erstversorgung geriatrischer Patienten adäquat durchführen. Standardisierte Verfahrenseinweisungen erleichtern zudem den Erstkontakt. Die zweite Säule beinhaltet die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Orthopädie/Traumatologie, Anästhesie und Geriatrie. Somit kann der Weg zur operativen Sanierung deutlich verkürzt werden ohne Qualität einzubüßen. Die dritte Säule stellt die Rehabilitation dar. Auch hier kommt es in unserer Abteilung zu einem Zusammenspiel zwischen Ärzten, Pflege, Entlassungsmanagement und Sozialarbeit, um dieses fragile Patientenkollektiv bestmöglich und auf schnellsten Weg einer Rehabilitation zuzuführen. Denn es ist bekannt, dass sich auch bei erfolgreicher Bruchheilung die Lebensqualität des älteren Patienten verschlechtern kann. Dem wollen wir entgegenwirken. Unser Ziel ist es, so viele Patienten wie möglich wieder in die Lebenssituation zurückzubringen, in der sie vor dem Sturz gelebt haben. 

Beim Tiroler Zentrum für Altersfrakturen handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der Univ.-Klinik für Unfallchirurgie und Anästhesie sowie der Abteilung für Akutgeriatrie des LKH Hochzirl. Das Zentrum wurde 2009 eröffnet, bietet eine umfassende Behandlung von älteren und alten PatientInnen mit Frakturen und zeichnet sich durch folgende Besonderheiten aus:

  • Orthopäden/Traumatologen, Geriater (Altersmediziner) und Anästhesisten übernehmen von Anfang an gemeinsam Verantwortung für den Patienten und tauschen sich ständig aus. Eine GeriaterIn oder eine SekundarärztIn mit Geriatriediplom ist mit den geriatrischen Patienten betraut.
  • Das orthopädisch/traumatologische Krankheitsbild sowie Begleiterkrankungen werden einheitlich nach abgestimmten Pfaden und Algorithmen behandelt.
  • Unsere Patienten werden so schnell wie möglich operiert, im Durchschnitt spätestens 22 Stunden nach dem Eintreffen.
  • Bereits bei der Aufnahme beginnt die Planung für die Zeit nach dem Akutspital.

Interdisziplinäre (= durch mehrere Fachgebiete gleichzeitig) Betreuung vom Behandlungsbeginn an durch FachärztInnen für Orthopädie und Traumatologie und FachärztInnen für Innere Medizin mit...

Name Collaboration Type of study Question PFNA with augmentation AOCID Multicenter prospective randomized trial Is the augmented PFNA beneficial for the patient? GFC Study AO ...

Tiroler Zentrum für Altersfrakturen; Abgestimmte Richtlinien; Univ.-Klinik für Unfallchirurgie, Univ.-Klinik für Innere Medizin, Univ.-Klinik für Anästhesie, Univ.-Klinik für Innere Medizin II...