Spinal Cord Monitoring ist ein interoperatives, diagnostisches Verfahren zur kontinuierlichen Überwachung der funktionellen Integrität des Rückenmarks und der spinalen Nervenbahnen. Es wird besonders bei risikoreichen Operationen an der Wirbelsäule und am Rückenmark eingesetzt, um irreversible Schäden zu vermeiden.
SCHWERPUNKTE
- Skoliose Operationen
LEISTUNGSSPEKTRUM
Spinal Cord Monitoring ist ein unverzichtbares Verfahren in der modernen Wirbelsäulenchirurgie. Es dient dem Schutz neurologischer Strukturen und verbessert die postoperative Prognose erheblich. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Operateur, Anästhesist und Neurophysiologe ist entscheidend für den Erfolg.
- Methoden des Spinal Cord Monitoring
Beim Monitoring werden unterschiedliche neurophysiologische Signale aufgezeichnet, je nach Art der Nervenbahn (sensorisch oder motorisch).
1. Somatosensibel evozierte Potenziale (SSEP)
- Reizung peripherer Nerven (z. B. N. tibialis oder N. medianus) -> Signal wird über Rückenmark zum Gehirn geleitet.
- Antwort wird am Cortex gemessen.
- Überwachung sensorischer Nervenbahnen.
2. Motorisch evozierte Potenziale (MEP)
- Direkte elektrische Stimulation des motorischen Cortex -> Messung der Muskelantwort in Armen/ Beinen.
- Überwachung motorischer Nervenbahnen.
- Sehr sensitiv gegenüber Rückenmarksschädigungen.
- Vorteile des intraoperativen Monitorings
- Früherkennung reversibler Schädigungen: z. B. durch Zug, Druck oder Durchblutungsstörung.
- Erhöhte Sicherheit bei komplexen Eingriffen an Rückenmark und Nerven.
- Dokumentation der Rückenmarksfunktion während der gesamten OP.
- Kommunikationsteam: kontinuierliche Rückmeldung zwischen Neurophysiologie, Anästhesie und Chirurgie.
- Einschränkungen des intraoperativen Monitorings
- Anästhesie beeinflusst das Monitoring: bestimmte Medikamente (z. B. Muskelrelaxantien, volatiles Anästhetikum) stören MEP.
- Technisch anspruchsvoll: erfordert geschultes Monitoring-Personal und eine geeignete technische Ausstattung.
- Individuelle Variabilität: Unterschiede in Nervenverläufen und Patientenphysiologie können Interpretation erschweren.


